Die Wahrheit ist ein Heer

Die 1979 in Wiener Neustadt geborene und im Südburgenland lebende Autorin Katharina Tiwald, legt mit diesem Roman ein gewaltiges, hermetisches Stück Literatur vor.

Die Handlung spielt in und um ein Gymnasium in der Provinz. Dabei arbeitet die Autorin ein „Mädchen G.“ vom zwölften bis zum fünfzehnten Lebensjahr mit all ihren Nöten, Ängsten und den familiären Unzulänglichkeiten kristallin heraus.

In kunstvoller Sprache, die den Rezensenten an Elfriede Jelinek erinnert, entwirft Tiwald einen zeitgenössischen Schulroman mit all den Verwerfungen und bildungssystematischen Schnittpunkten und Problemen in unserem Schulsystem. Langsam, nicht nur am „Mädchen G.“ sondern auch anhand etlicher ihrer MitschülerInnen zeigt die Autorin was es heißt, in die Schule zu gehen! In zwingenden Bildern ohne Geschwätzigkeit, wie auf dem Reißbrett entworfen, wir der jugendliche Lebensweg beschrieben, der im Erfolg, aber auch im völligen Scheitern enden kann.